Weisheitszahn OP

Dauer der Behandlung: ab 30 Minuten
Betäubung: örtliche Betäubung, Dämmerschlaf, Vollnarkose
Nachbehandlung: Wundkontrollen nach 1 und 3 Tagen
Fadenzug: nach 7 Tagen
Gesellschaftsfähig: nach 2 – 7 Tagen
Kosten: ab 100 Euro

Mund_Weisheitszaehne

Weisheitszähne müssen nicht immer gezogen werden. Doch meist finden die herauswachsenden Nachzügler nicht genug Platz und drücken gegen Nachbarzähne, Schleimhaut und Knochen. Schmerzen und Entzündungen sind die Folge. Eine prophylaktische Weisheitszahn-OP beugt künftigen Problemen vor und ist manchmal die beste und sicherste Lösung. Bei dem Routineeingriff wird der Weisheitszahn minimalinvasiv entfernt.

Weisheitszähne stehen als letzter Zahn in der Zahnreihe und werden auch als Achter bezeichnet. Sie ergänzen als achter Zahn die sieben regulären, die auf jeder Seite des Ober- und Unterkiefers zu finden sind. Gelegentlich kommt sogar ein Neunter hinzu. Wann und ob sich ein Weisheitszahn zeigt, ist kaum vorherzusehen. Achter treten meist zwischen dem 18. und dem 30. Lebensjahr in Erscheinung, können sich aber in jedem Alter bemerkbar machen. Vereinzelt brechen sie erst in mittleren Jahren oder im hohen Alter durch.

Weisheitszähne – Erbe unserer Urahnen

Weisheitszähne sind ein Erbe aus grauer Vorzeit, als unsere Vorfahren noch als Jäger und Sammler die Steppen durchstreiften. In der Steinzeit machten die zusätzlichen Backenzähne durchaus Sinn – sie wurden zum Zerkleinern der groben und meist ungekochten Nahrung benötigt. Im Laufe der Evolution und der damit einhergehenden veränderten Ernährung haben die Weisheitszähne ihre Bedeutung verloren und der Kiefer ist kleiner geworden – sie haben buchstäblich keinen Platz mehr. Die Natur trägt dieser Entwicklung Rechnung. Rund 15 Prozent der Bevölkerung bekommt inzwischen keine Weisheitszähne mehr. Doch wenn sie in Erscheinung treten, bereiten sie in der Regel früher oder später Probleme.

 

Illustration Stellung Weisheitszähne

Weisheitszahn-OP beugt künftigen Problemen vor

Auch wenn Weisheitszähne ganz herauswachsen, erfüllen sie nur selten eine Kaufunktion, denn meist liegen sie nicht auf gleicher Höhe mit den übrigen Zähnen. Aus Platzmangel wachsen sie häufig schief, gar nicht oder nur unvollständig heraus – manchmal liegen sie gar horizontal. Drängen Weisheitszähne auf zu engem Raum heraus, können sie andere Zähne verschieben. Mitunter quetscht ein Weisheitszahn die Schleimhaut zum Nachbarzahn ein – Entzündungen sind die Folge. Aber bereits ein zu enger Stand zum benachbarten Backenzahn kann Probleme bereiten. Der Zahnzwischenraum kann nur ungenügend gereinigt werden und es kommt zu Karies.

Weisheitszähne stellen einen potenziellen Entzündungsherd dar. Oft bildet sich über Teilen der herausdrängenden Achter eine Schleimhauttasche. Das macht es Bakterien leicht, sich darunter einzunisten. Die dadurch entstehenden Entzündungen bringen nicht selten schwerwiegende Komplikationen mit sich. Mitunter bilden sich Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Kieferknochen) und es kommt zu Vereiterungen.

Immer wiederkehrende Entzündungen verursachen gelegentlich erhebliche Schwellungen im Rachenbereich. Das geht in manchen Fällen so weit, dass die Luftröhre eingeengt wird und Atemnot auftritt. Mitunter sind auch Wange und Kaumuskel betroffen und der Patient ist nicht mehr in der Lage, den Mund zu öffnen. Dann bleibt manchmal nur eine OP, die durch die Haut von außen durchgeführt werden muss.

Mit zunehmendem Alter wird der Kieferknochen immer härter und spröder. Deshalb ist eine Weisheitszahn-OP als prophylaktische Maßnahme eher in jungen Jahren zu empfehlen.

Eine Weisheitszahn-OP gehört in die Hand eines Spezialisten

Zwar handelt es sich dabei um einen Routineeingriff, doch eine Weisheitszahn-OP fällt nicht umsonst in das Fachgebiet eines Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Weisheitszähne verfügen häufig über gekrümmte, gedrehte oder hakenförmige Wurzeln, die zudem stark verästelt sind. Das kann die Extraktion erschweren – deshalb erfordert der Eingriff viel Erfahrung auf dem Gebiet der Kieferchirurgie.

Im Vorfeld wägen wir bei einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten sorgfältig ab, ob eine Weisheitszahn-OP notwendig ist und wie sie durchgeführt werden soll.

Ablauf einer Weisheitszahn-OP

In unserer Praxisklinik in der Prinzregentenstraße in München bieten wir eine Weisheitszahn-OP mit lokaler Betäubung oder im Dämmerschlaf (Rauschnarkose mit Medikation und Analgosedierung) an. Auf Wunsch kann der Eingriff auch unter Vollnarkose durchgeführt werden.

Die Vorgehensweise bei der Weisheitszahn-OP hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die individuelle Ausgangssituation bestimmt den Ablauf des Eingriffs. Hier spielt eine Rolle, ob der Weisheitszahn ganz oder halb herausgewachsen ist oder sich unter dem Zahnfleisch verbirgt. Auch die Beschaffenheit der Wurzel und die Lage des Zahnes sind entscheidend. Ein im Vorfeld angefertigtes Röntgenbild gibt darüber Aufschluss.

Falls erforderlich, öffnen wir im ersten Schritt das Zahnfleisch rund um den Weisheitszahn, bis der Kieferknochen sichtbar ist. Weist der Zahn keine Anomalitäten auf, wird er nun mit speziellen Instrumenten aus dem Kieferknochen so weit herausgehebelt, bis er sich fassen und ziehen lässt. Mitunter sind Weisheitszähne teilweise von Knochensubstanz bedeckt und lassen sich nicht ohne Weiteres herausziehen. In diesem Fall muss etwas Knochenmaterial abgetragen werden. Sind die Wurzeln stark verkrümmt oder verdreht, kann es sinnvoll sein, den Zahn zu teilen und Stück für Stück zu entfernen. Abschließend wird das Zahnfleisch mit einer Naht verschlossen.

Die Dauer des Eingriffs ist ganz von Lage, Beschaffenheit und Anzahl der Weisheitszähne abhängig. Gestaltet sich die Weisheitszahn-OP unkompliziert, nimmt sie pro Zahn nur einige Minuten in Anspruch.

Kann man alle vier Weisheitszähne auf einmal ziehen?

Manche Zahnärzte votieren dafür, alle vier Weisheitszähne in einer Sitzung zu ziehen. Dies ist von Fall zu Fall abzuwägen und mit dem Patienten zu besprechen. Es gilt zu bedenken, dass vier Wunden mit den entsprechenden postoperativen Schwellungen den Patienten erfahrungsgemäß erheblich in seiner Lebensqualität einschränken. Daher ist es in einigen Fällen sinnvoller, schrittweise vorzugehen. Wir führen die Weisheitszahn-OP dann in zwei Terminen durch, die einige Wochen auseinanderliegen. Dabei entfernen wir jeweils die Weisheitszähne auf einer Seite. So kann der Patient auf der unbehandelten Seite problemlos kauen.

Das ist nach einer Weisheitszahn-OP zu beachten

Im Regelfall ist die Weisheitszahnentfernung gut verträglich. Nach dem Eingriff stellen wir dem Patienten Kühlpacks zur Verfügung, die die zu erwartenden Schwellungen in Grenzen halten. Der Patient erholt sich in entspannter Atmosphäre in den Räumen unserer Praxisklinik, bis er in Begleitung nach Hause gehen kann. Er sollte nicht selbst am Steuer sitzen.

Nach Nachlassen der Betäubung auftretende Wundschmerzen sind mit entsprechenden Medikamenten gut zu beherrschen. Mögliche Schwellungen gehen bei regelmäßiger Kühlung nach wenigen Tagen zurück. Für einen komplikationslosen Heilungsverlauf sind einige Verhaltensregeln zu beachten. Der Patient sollte nach dem Eingriff für einige Stunden aufrecht sitzen und sich in den Tagen nach der Weisheitszahn-OP körperlich schonen. Auch sollte der Patient nur weiche Speisen essen und ein Ausspülen der Wunden vermeiden. Nach einer Woche können die Fäden entfernt werden.

Kontakt

Sie haben Fragen zum Thema Weisheitszahn-OP oder möchten einen Termin in unserer Praxisklinik in München vereinbaren? Wir helfen Ihnen gerne weiter! Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch unter 089 / 189 043 311 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.